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Psychotherapie nach einer Krebsdiagnose
und bei schwerer Erkrankung
Psychoonkologie
Eine Krebserkrankung betrifft nicht nur den Körper. Sie kann das gesamte Leben verändern und viele unterschiedliche Gefühle auslösen: Angst, Verunsicherung, Trauer, Wut, Hilflosigkeit oder das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Auch nach Abschluss der Behandlung können Belastungen bestehen bleiben, zum Beispiel die Sorge vor einem Wiederauftreten der Erkrankung, Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Alltag oder ein verändertes Verhältnis zum eigenen Körper.
Etwa jeder zweite Mensch, der an Krebs erkrankt ist, zeigt eine relevante psychische Belastung (Mehnert et al., 2018. „One in two cancer patients is significantly distressed.“). Ein knappes Drittel unter allen Personen mit einer Krebserkrankung leidet unter einer psychischen Störung (Mehnert et al., 2014. „Four-week prevalence of mental disorders in patients with cancer across major tumor entities“). Wenn aus psychischer Belastung psychisches Leid wird, das in einer psychischen Störung resultiert, kann Psychotherapie begleitend oder nach einer Krebsbehandlung indiziert sein. Ob dies auch bei Ihnen der Fall ist, klären wir im Rahmen der Diagnostik während der Erstgespräche und probatorischen Sitzungen. Sollte keine Psychotherapie erforderlich sein, aber der Wunsch nach begleitenden Gesprächen dennoch bestehen, berate ich Sie gerne zu Alternativen.
Psychoonkologische Psychotherapie unterstützt Menschen dabei, mit den seelischen und sozialen Herausforderungen einer Krebserkrankung umzugehen. Dabei geht es nicht darum, „positiv denken“ zu müssen oder belastende Gefühle schnell zu überwinden. Vielmehr geht es darum, die eigene Situation besser zu verstehen, einen Umgang mit schwierigen Gedanken und Emotionen zu finden und wieder mehr Sicherheit und Selbstwirksamkeit im eigenen Leben zu entwickeln.
Nach der Diagnose
Anpassungsstörungen nach einer Krebsdiagnose oder anderen schweren Erkrankung
Krankheitsverarbeitung
Entscheidungsfindung in belastenden Krankheitssituationen
Auf eine Diagnose folgt oft eine Zeit, in der Termine, Befunde und Entscheidungen den Alltag bestimmen. Die emotionale Verarbeitung kommt dabei leicht zu kurz und kann sich später umso deutlicher melden. Manche Menschen haben in dieser Zeit das Gefühl, nur zu funktionieren oder im „Autopilot“ zu agieren. In der Psychotherapie bekommen Ihre Erfahrungen und das gefühlsmäßige Erleben Raum und eine bewusstere Verarbeitung und Entscheidungen werden ermöglicht. Hilflosigkeitsempfinden und Kontrollverlust können dadurch reduziert werden.
Ängste und Belastungsreaktionen
Ängste (z.B. Zukunftsängste, Rezidivangst, medizinbezogene Ängste)
Belastungsreaktionen und Traumafolgesymptome nach belastenden medizinischen Ereignissen
Die Angst vor einem Rückfall, in der Medizin Rezidivangst genannt, gehört zu den häufigsten Belastungen nach einer überstandenen Erkrankung. Viele Menschen fürchten außerdem Untersuchungen, Eingriffe oder den Weg in die Klinik. Manche medizinische Situation wirkt so stark nach, dass sich Bilder und Erinnerungen ungefragt aufdrängen, der Schlaf leidet und der Körper in Alarmbereitschaft bleibt. Wir arbeiten daran, dass diese Reaktionen nachlassen und der Alltag wieder mehr Platz bekommt.
Depressionen und depressive Reaktionen
chronischer Stress mit emotionaler Erschöpfung
Schlafstörungen
Fatigue und der psychische Umgang mit anhaltender Erschöpfung
Erschöpfung, Schlaf und Stimmung
Eine anhaltende Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht auflöst, heißt in der Medizin Fatigue und begleitet viele Menschen noch lange nach der Behandlung. Häufig kommen ein gestörter Schlaf, eine gedrückte Stimmung und das Gefühl dazu, den Anforderungen nicht mehr zu genügen. Wir sehen uns an, was Kraft kostet und was Kraft gibt, und entwickeln einen Umgang mit den Grenzen, die im Moment gelten.
Rückkehr in Alltag und Beruf nach einer Erkrankung
Veränderungen von Identität, Selbstbild und Körperbild
partnerschaftliche und familiäre Belastungen
Leben mit und nach der Erkrankung
Nach der Behandlung erwarten viele, dass das Leben weitergeht wie vorher. Häufig stimmt das nicht. Der Körper fühlt sich anders an, der Blick auf sich selbst hat sich verschoben, und die Rückkehr in Beruf und Alltag verlangt mehr, als von außen sichtbar ist. Auch Partnerschaft und Familie verändern sich, weil alle Beteiligten mit der Erkrankung leben. In der Therapie geht es darum, diese Veränderungen zu verstehen und einen Platz für sie zu finden.
Trauer, Sinn und palliative Phasen
Verlust, Trauer und Abschiedsprozesse
Begleitung in palliativen Krankheitsphasen
existenzielle Krisen und Sinnfragen
Manche Verluste lassen sich nicht auflösen. Dazu gehören der Abschied von einem geliebten Menschen, der Abschied von Fähigkeiten und Plänen und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensende. In einer palliativen Krankheitsphase treten Fragen nach Sinn, Würde und dem, was jetzt noch wichtig ist, in den Vordergrund. Ich begleite Sie in dieser Zeit, ohne etwas beschönigen zu wollen.
Für Angehörige
Belastungen von Angehörigen
Angehörige tragen viel mit. Studien (z. B. Feiten et al., 2013 „Psychosocial distress of caregivers of patients with a metastatic solid tumor in routine care: a survey in a community based oncology group practice in Germany“) zufolge zeigte sich bei etwa 50 % der Angehörigen von Personen mit Krebs eine erhöhte psychosoziale Belastung. Sie begleiten zu Terminen, halten den Alltag zusammen, fangen Ängste auf und stellen die eigenen Bedürfnisse dabei oft hinten an. Erschöpfung, Schuldgefühle und Sorge um die Zukunft gehören für viele dazu. Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger Unterstützung suchen, melden Sie sich gern.
Jeder Mensch erlebt eine Erkrankung anders. Deshalb orientiert sich psychoonkologische Psychotherapie an der individuellen Lebenssituation, den persönlichen Erfahrungen und den aktuellen Bedürfnissen.
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